Wenn ihr auf der Suche nach der richtigen Plattform für E-Mail-Marketing und Automatisierung seid, landet ihr früher oder später beim Vergleich HubSpot oder ActiveCampaign. Beide Tools versprechen leistungsstarke Automatisierung, beide haben ihre Fans – und trotzdem könnte der Unterschied für euer Business kaum größer sein.
Die Kurzfassung: ActiveCampaign ist das spezialisierte Werkzeug für E-Mail-Marketing und Automation, HubSpot die umfassende Plattform für Teams, die Marketing, Vertrieb und Service aus einer Hand steuern wollen. Wo genau die Unterschiede liegen, für wen sich welches Tool lohnt und wie sich die Kosten entwickeln, schauen wir uns jetzt im Detail an.
Der wichtigste Unterschied auf einen Blick
Bevor wir in die Details gehen, hier die wichtigste Unterscheidung: ActiveCampaign ist ein Marketing-Automation-Tool mit angebundenem, relativ schlankem CRM. HubSpot ist ein ausgewachsenes CRM mit modularen Marketing-, Sales- und Service-Funktionen. Klingt erstmal ähnlich, der entscheidende Unterschied liegt jedoch darin, welche Rolle diese Funktionen innerhalb der Plattform spielen.
ActiveCampaign glänzt überall dort, wo E-Mail-Marketing und Automatisierung im Mittelpunkt stehen. Das Tool bietet einen der leistungsfähigsten Automation Builder am Markt, unbegrenzte E-Mails in fast allen Tarifen und eine hohe Zustellbarkeit. Typische Nutzer sind E-Commerce-Shops, Agenturen und kleinere Teams, die ihre Kundenkommunikation automatisieren wollen.
HubSpot dagegen ist die Wahl für Unternehmen, die eine zentrale Plattform für den gesamten Kundenlebenszyklus suchen. Das CRM bildet das Fundament, darauf bauen Marketing Hub, Sales Hub, Service Hub und weitere Module auf. Statt mehrere Einzellösungen miteinander zu verbinden und Kundendaten zwischen verschiedenen Systemen zu synchronisieren, laufen sämtliche Informationen an einem Ort zusammen.
Deshalb entscheiden sich viele Unternehmen nicht ausschließlich anhand einzelner Funktionen, sondern danach, ob sie ein spezialisiertes Marketing-Tool oder eine integrierte Plattform für Marketing, Vertrieb und Service suchen.
E-Mail-Marketing: Zwei unterschiedliche Ansätze
Sowohl HubSpot als auch ActiveCampaign bieten leistungsstarke Funktionen für professionelles E-Mail-Marketing. Unternehmen können Newsletter erstellen, Zielgruppen segmentieren, automatisierte Kampagnen aufsetzen und den Erfolg ihrer E-Mails detailliert auswerten.
Dennoch setzen beide Plattformen unterschiedliche Schwerpunkte.
ActiveCampaign zählt seit Jahren zu den stärksten Lösungen, wenn es um komplexe E-Mail-Automatisierungen geht. Der visuelle Automation Builder bietet zahlreiche Trigger, Bedingungen und Verzweigungen, mit denen sich detaillierte Customer Journeys erstellen lassen. Unternehmen, deren Schwerpunkt nahezu ausschließlich auf E-Mail-Marketing liegt, profitieren von dieser hohen Flexibilität.
HubSpot verfolgt einen etwas anderen Ansatz. Die Plattform versteht Marketing-Automatisierung nicht als eigenständige Funktion, sondern als Bestandteil des gesamten CRM-Systems. Dadurch greifen Workflows nicht nur auf Marketingdaten zu, sondern auf sämtliche Informationen, die im CRM gespeichert sind.
Ein Pluspunkt für ActiveCampaign: Die meisten Tarife erlauben unbegrenzte E-Mails. Bei HubSpot hängt die Anzahl versendeter E-Mails vom Tarif ab, im Free-Bereich sind es aber auch rund 2.000 pro Monat.
CRM und Vertriebsunterstützung: HubSpots klare Stärke
Sobald es um mehr als reine E-Mail-Kommunikation geht, dreht sich das Bild. Das HubSpot CRM gehört zu den besten am Markt und ist in der Basisversion kostenlos nutzbar. Es bietet eine vollständige Pipeline-Verwaltung, detaillierte Kontakt- und Firmenprofile, Custom Properties und eine durchgängige Historie aller Interaktionen.
ActiveCampaign hat zwar ein integriertes CRM, das aber eher als Ergänzung zum E-Mail-Marketing funktioniert. Deals lassen sich anlegen, Pipeline-Ansichten sind vorhanden, aber die Tiefe und Flexibilität reicht nicht an HubSpot heran. Berichte und Dashboards fallen deutlich schlanker aus.
Wer ein Team aus Marketing und Vertrieb koordinieren muss, profitiert von HubSpots nahtloser Integration. Leads aus Marketing-Kampagnen landen automatisch im CRM, Sales-Teams sehen die komplette E-Mail-Historie und können direkt aus dem CRM heraus kommunizieren. Zusätzlich bietet HubSpot erweiterte Funktionen wie Sales Automation, Meeting-Scheduler und Forecasting.
Diese Tiefe hat allerdings ihren Preis – nicht nur finanziell, sondern auch beim Implementierungsaufwand. HubSpot ist komplexer einzurichten und erfordert mehr Einarbeitung als ActiveCampaign.
Preise und Skalierung: Wo die Unterschiede richtig ins Gewicht fallen
Die HubSpot Preise und HubSpot Pricing-Struktur sind ein häufiger Diskussionspunkt. Während der Einstieg über den kostenlosen CRM-Tarif sehr attraktiv ist, steigen die Kosten bei wachsenden Kontaktzahlen schnell:
ActiveCampaign (Preisbeispiele für 1.000 Kontakte):
- Starter: ca. 15 $/Monat (Basis-Automation)
- Plus: ca. 49 $/Monat (unbegrenzte E-Mails, CRM)
- Pro: ca. 79$/Monat (erweiterte E-mail-Orchestrierung)
- Professional: ca. 149 $/Monat (erweiterte Automation)
HubSpot (Marketing Hub):
- Free: 0 € (limitierte Funktionen)
- Starter: ab 7 €/Monat (1.000 Kontakte)
- Professional: ab 800 €/Monat (2.000 Kontakte)
- Enterprise: ab 3.600 €/Monat (10.000 Kontakte)
Der Unterschied wird mit steigenden Kontaktzahlen massiv. Bei 10.000 Kontakten zahlt ihr für ActiveCampaign Professional etwa 229 $/Monat. HubSpot Marketing Hub Professional liegt bei gleicher Kontaktzahl im vierstelligen Euro-Bereich.
Wichtig dabei: HubSpot verkauft eine Plattform, ActiveCampaign ein fokussiertes Tool. Die höheren HubSpot-Kosten erkaufen euch ein vollständiges CRM, tiefe Reportings, Sales- und Service-Funktionen. Wer das nicht braucht, zahlt für Features, die ungenutzt bleiben.
Auf den ersten Blick wirkt HubSpot deshalb häufig teurer. In der Praxis hängt die Wirtschaftlichkeit jedoch davon ab, welche Systeme ihr heute bereits nutzt.
Für wen eignet sich welches Tool?
Die Entscheidung HubSpot oder ActiveCampaign hängt weniger von einzelnen Features ab als von eurer Unternehmensstrategie und Teamstruktur.
ActiveCampaign passt zu euch, wenn:
- E-Mail-Marketing und Automation im Zentrum stehen
- Ihr ein kleineres Team (1–10 Personen) seid
- Budget eine wichtige Rolle spielt
- Ihr ein schlankes, spezialisiertes Tool bevorzugt
- E-Commerce oder Content-Marketing eure Hauptkanäle sind
HubSpot ist die bessere Wahl, wenn:
- Ihr Marketing, Vertrieb und Service auf einer Plattform vereinen wollt
- Euer Team wächst und verschiedene Abteilungen einbindet
- Detaillierte Reportings und Attributionsmodelle wichtig sind
- Ihr ein vollständiges HubSpot Customer Relationship Management System braucht
- Langfristige Skalierung geplant ist
Viele Unternehmen starten mit ActiveCampaign und wechseln später zu HubSpot, wenn das Team größer wird und die Anforderungen steigen. Der umgekehrte Weg – von HubSpot zu ActiveCampaign – kommt seltener vor, meist dann, wenn Kosten reduziert werden sollen und nur noch E-Mail-Marketing im Fokus steht.
Fazit: Spezialisierung vs. Plattform-Ansatz
Am Ende läuft die Frage HubSpot oder ActiveCampaign auf eine strategische Entscheidung hinaus: Wollt ihr das beste Tool für E-Mail-Marketing und Automation, greift zu ActiveCampaign. Sucht ihr eine zentrale Plattform für alle kundenbezogenen Prozesse, führt kein Weg an HubSpot vorbei.
ActiveCampaign überzeugt durch Fokus, Preis-Leistung und einen der stärksten Automation Builder am Markt. HubSpot liefert die umfassendere Lösung mit besserem CRM, nahtloser Integration zwischen Marketing und Sales sowie tieferen Analysemöglichkeiten.
Unser Tipp: Überlegt euch zunächst, welche Rolle die Plattform in eurem Unternehmen künftig übernehmen soll. Sucht ihr in erster Linie eine spezialisierte Lösung für E-Mail-Marketing, ist ActiveCampaign eine starke Wahl. Möchtet ihr dagegen eine zentrale Plattform aufbauen, die Marketing, Vertrieb und Kundenservice miteinander verbindet und euch auch in den kommenden Jahren begleitet, ist HubSpot für viele Unternehmen die langfristig sinnvollere Lösung.
Sowohl HubSpot als auch ActiveCampaign sind hervorragende Plattformen, doch die richtige Wahl hängt davon ab, ob Ihr lediglich eine erweiterte E-Mail-Automatisierung benötigt oder eine einheitliche Kundenplattform, die mit Eurem Unternehmen mitwächst. Wenn Ihr bereit seid, eine All-in-One-Lösung kennenzulernen, probiert HubSpot aus und seht selbst, wie die Tools für CRM, Marketing, Vertrieb und Kundenservice zusammenwirken.
FAQ: Häufige Fragen zu HubSpot und ActiveCampaign
Für wen ist HubSpot geeignet?
HubSpot eignet sich besonders für wachstumsorientierte B2B-Unternehmen, die Marketing, Vertrieb und Kundenservice auf einer Plattform vereinen wollen. Typische Nutzer haben Teams ab 10 Personen, komplexere Vertriebsprozesse und benötigen detaillierte Reportings über alle Touchpoints hinweg. Auch für Unternehmen, die vom reinen E-Mail-Marketing zu einer umfassenderen Inbound-Strategie wechseln wollen, ist HubSpot ideal.
Wer sind die Konkurrenten von HubSpot?
Neben ActiveCampaign konkurriert HubSpot vor allem mit Salesforce, Microsoft Dynamics 365, Pipedrive und SAP Sales Cloud. Im deutschsprachigen Raum sind auch CentralStation CRM und SuperOffice relevante Alternativen. Mehr dazu findet ihr in unserem Vergleich zwischen HubSpot, Salesforce und Microsoft Dynamics.
Welche Alternativen gibt es zu ActiveCampaign?
Als Alternativen zu ActiveCampaign kommen vor allem Mailchimp, Brevo (ehemals Sendinblue), GetResponse und Klaviyo infrage. Mailchimp bietet einen ähnlichen Funktionsumfang zu vergleichbaren Preisen, Brevo punktet mit besonders günstigen Tarifen für europäische Nutzer, Klaviyo ist speziell für E-Commerce optimiert.
Lässt sich HubSpot nachträglich mit ActiveCampaign kombinieren?
Ja, über Zapier oder Make lassen sich beide Tools verbinden, allerdings mit Einschränkungen. In der Praxis führt diese Kombination oft zu doppelten Kontaktdatenbanken und Synchronisationsproblemen. Sinnvoller ist es, sich für eines der beiden Systeme als Hauptplattform zu entscheiden und andere Tools gezielt anzubinden.







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