Die Keyword-Recherche läuft bei vielen Marketing-Teams inzwischen über den Chat. Ihr fragt Claude oder ChatGPT nach dem Suchvolumen, den Wettbewerbern und den Rankings, und die KI-Agenten holen sich die Daten selbst. Damit das funktioniert, benötigt der Agent eine Datenquelle. Dabei fallen immer wieder zwei Namen: DataForSEO und OpenSEO.
OpenSEO hat selbst einen Vergleich der beiden Anbieter veröffentlicht, natürlich mit Blick auf das eigene Produkt. Wir haben die Angaben der beiden Anbieter geprüft und um unsere eigenen Erfahrungen ergänzt. Bei bakedwith arbeiten wir selbst mit DataForSEO über die MCP-Schnittstelle direkt in Claude. Damit prüfen wir beispielsweise Suchvolumen und Rankings für unsere Blogartikel.
Was ist DataForSEO?
DataForSEO ist ein Anbieter von SEO-Daten, die über eine Schnittstelle abgerufen werden. Tools und Unternehmen fragen dort Suchvolumen, Google-Ergebnisse, Backlinks und Wettbewerberdaten ab und zahlen pro Abfrage. Ein Abo gibt es nicht, die Mindestaufladung liegt bei 50 US-Dollar. Über den MCP-Server von DataForSEO könnt ihr die Daten direkt in Claude oder ChatGPT nutzen.
Viele SEO-Tools, die ihr kennt, nutzen DataForSEO im Hintergrund. Die Preise sind niedrig: Ein Google-Suchergebnis kostet ab 0,0006 US-Dollar und eine Abfrage in der Keyword-Datenbank DataForSEO Labs 0,012 US-Dollar, zuzüglich eines Bruchteils pro Ergebnis. Neue Konten erhalten ein Testguthaben von 1 US-Dollar und aufgeladenes Guthaben verfällt nicht.
MCP steht für Model Context Protocol. Das ist ein offener Standard, über den KI-Assistenten auf externe Tools zugreifen. Wenn der MCP-Server von DataForSEO verbunden ist, sucht Claude selbst die passenden Abfragen aus und wertet die Ergebnisse aus.
Was ist OpenSEO?
OpenSEO ist ein SEO-Tool, das auf den Daten von DataForSEO basiert. Es bezeichnet sich selbst als Open-Source-Alternative zu Semrush und Ahrefs. Der Code steht unter der MIT-Lizenz frei auf GitHub zur Verfügung und hat dort aktuell rund 23.900 Sterne (Stand: Oktober 2026).
Die Idee dahinter ist: Laut OpenSEO haben unzählige Leute auf Basis von DataForSEO eigene Dashboards und Claude-Code-Workflows erstellt und dabei fast alle dasselbe gemacht. OpenSEO packt diese Workflows in eine App und einen MCP-Server. Dazu gehören Keyword-Recherche, Rank-Tracking, Wettbewerbs- und Backlink-Analysen, Site-Audits und ein Tracking, das erfasst, wie KI-Assistenten über die eigene Marke sprechen. Anleitungen gibt es für Claude, ChatGPT, Codex und Cursor.
Die gehostete Version kostet 10 US-Dollar pro Monat, darin enthalten sind 10 US-Dollar Nutzungsgebühr. Wer mehr verbraucht, zahlt die DataForSEO-Preise plus 28 Prozent Aufschlag. Zum Testen gibt es 0,50 US-Dollar Guthaben. Wenn ihr OpenSEO selbst hostet, zahlt ihr DataForSEO direkt und keinen Aufschlag.
DataForSEO vs. OpenSEO: die Unterschiede im Überblick
Die Daten sind in allen drei Fällen dieselben. Wenn OpenSEO ein Suchvolumen anzeigt, stammt es von DataForSEO. Die Unterschiede liegen darin, wie die Daten beim Agenten ankommen und was drumherum passiert.
Datenmenge: Die Antworten von DataForSEO sind für Entwickler gebaut und sehr ausführlich. Das merken wir in der Praxis. Als wir die Rankings eines einzelnen Blogartikels abgefragt haben, kam pro Keyword ein ganzer Block zurück: Suchvolumen für jeden Monat, Backlink-Durchschnitte, Suchintention und mehr. Das meiste davon braucht der Agent nicht, es füllt aber sein Kontextfenster. OpenSEO kürzt die Antworten. Bei der Keyword-Recherche fehlen etwa die Monatsverläufe, die laut OpenSEO rund 80 Prozent jeder Zeile ausmachen. Beim MCP-Server von DataForSEO könnt ihr selbst Filter setzen, müsst das aber einrichten.
Gedächtnis: Jede neue Session in Claude beginnt bei null. Ihr erklärt euer Geschäft, eure Wettbewerber und eure wichtigsten Seiten jedes Mal neu. OpenSEO speichert diese Infos pro Projekt, dazu ein Protokoll der bisherigen Recherchen, damit ihr dieselben Daten nicht zweimal kauft. Mit DataForSEO direkt baut ihr so etwas selbst, etwa mit Projektdateien in Claude.
Eigene Daten: DataForSEO zeigt den Markt, also was gesucht wird und wer rankt. Eure echten Klicks und Impressionen liegen in der Google Search Console. OpenSEO verbindet Search Console und Google Analytics mit einem Google-Login. Ohne OpenSEO braucht ihr für eine Search-Console-Anbindung an Claude ein eigenes Google-Cloud-Projekt mit OAuth-Zugang.
Was kostet SEO-Recherche mit einem KI-Agenten?
Für kleine Teams sind beide Varianten günstig. Eine Keyword-Abfrage, die bei DataForSEO 0,10 US-Dollar kostet, kostet bei OpenSEO etwa 0,13 US-Dollar. Wer im Monat ein paar Artikel recherchiert und einige Keywords trackt, kommt bei OpenSEO oft mit den inklusiven 10 US-Dollar aus. Bei DataForSEO reichen 50 US-Dollar Guthaben für einen kleinen Blog lange.
Beim Rank Tracking lohnt ein genauer Blick. DataForSEO bietet zwei Wege: Live-Abfragen liefern sofort ein Ergebnis und kosten mehr. Abfragen über die Warteschlange dauern länger und sind günstiger, laut OpenSEO etwa ein Drittel. OpenSEO nutzt für geplante Ranking-Checks die Warteschlange. Selbst gebaute Lösungen rufen meist die Live-Schnittstelle auf, weil die Warteschlange mehr Programmieraufwand bedeutet. Bei regelmäßigem Tracking vieler Keywords kann OpenSEO deshalb trotz Aufschlag günstiger sein.
So sieht SEO mit einem KI-Agenten im Alltag aus
Typische Aufgaben, die ihr mit beiden Varianten an Claude oder ChatGPT abgeben könnt:
- Keyword-Recherche: Der Agent prüft Suchvolumen und Schwierigkeit für 20 Begriffe und schlägt einen Titel vor.
- Artikel überarbeiten: Er findet Keywords, für die ein Artikel auf Seite zwei steht. Bei einem unserer Artikel kam so heraus, dass er für „chatgpt personalisieren vorlage" mit 210 Suchen im Monat auf Platz 17 lag.
- Wettbewerber prüfen: Er schaut, wer für eure wichtigsten Begriffe rankt und was diese Seiten anders machen.
- KI-Sichtbarkeit: Er prüft, ob ChatGPT und andere Assistenten eure Marke nennen. Wie ihr darauf aufbaut, steht in unserem Artikel zur GEO-Strategie.
Grenzen und worauf ihr achten solltet
Schätzwerte: Suchvolumen sind Schätzungen, und bei kleinen Keywords schwanken sie stark. Ein Begriff aus unserer Recherche sprang innerhalb eines Monats von 20 auf 90 Suchen. Für Entscheidungen zählt die Größenordnung, die genaue Zahl weniger.
Ausfälle: Live-Abfragen schlagen manchmal fehl. Bei einer Recherche für unseren Blog lieferte die Google-Suche von DataForSEO dreimal hintereinander einen Serverfehler. Ein guter Agent versucht es später erneut oder arbeitet mit den übrigen Daten weiter. OpenSEO fängt solche Fehler laut eigener Aussage ab, sodass ein fehlerhaftes Keyword nicht die ganze Abfrage scheitern lässt.
Kosten: KI-Agenten rufen Daten schnell und oft ab. Bei OpenSEO erfährt der Agent vor jeder Abfrage den ungefähren Preis. Wenn ihr DataForSEO direkt nutzt, würden wir anfangs nur kleine Beträge aufladen und nach den ersten Wochen auf die Abrechnung schauen.
Datenschutz: Wer die Search Console oder Google Analytics an einen externen Dienst anbindet, gibt diesem Zugriff auf Daten eurer Website. Prüft vorher, wo der Anbieter sitzt und ob es einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung gibt. Mehr dazu in KI und Datenschutz. Beim Selbsthosten bleiben diese Daten unter eurer Kontrolle.
Fazit: DataForSEO liefert die Daten, OpenSEO macht sie für Agenten handlich
DataForSEO ist die Datenquelle hinter vielen SEO-Tools und lässt sich per MCP direkt in Claude oder ChatGPT nutzen. OpenSEO baut darauf auf und ergänzt, was im Alltag fehlt: kürzere Antworten für den Agenten, Projekte mit Gedächtnis, Rank Tracking und die Anbindung der Search Console. Wenn ihr ein Marketing-Team ohne Entwickler seid, würden wir mit der gehosteten Version von OpenSEO starten. Wenn ihr schon eigene Workflows mit Claude Code baut oder Rohdaten für eine eigene Auswertung braucht, passt DataForSEO direkt oder OpenSEO auf dem eigenen Server.
Der beste Einstieg: Nehmt das Testguthaben von OpenSEO oder DataForSEO, verbindet den MCP-Server mit Claude und lasst euch Keywords für euren nächsten Blogartikel recherchieren. Vergleicht das Ergebnis mit dem, was ihr aus der Search Console schon wisst.
Wenn ihr SEO-Recherche mit KI-Agenten in euer Marketing bringen wollt, sprecht uns für eine KI-Beratung an.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zu DataForSEO und OpenSEO
Was ist DataForSEO?
DataForSEO ist ein Anbieter von SEO-Daten wie Suchvolumen, Google-Ergebnissen und Backlinks. Ihr ruft die Daten per Schnittstelle oder MCP-Server ab und zahlt pro Abfrage, ab einer Aufladung von 50 US-Dollar. Viele bekannte SEO-Tools nutzen DataForSEO im Hintergrund.
Ist OpenSEO kostenlos?
Der Code ist kostenlos und steht unter der MIT-Lizenz auf GitHub. Wer ihn selbst hostet, zahlt nur die Daten bei DataForSEO und das eigene Hosting. Die gehostete Version kostet 10 US-Dollar im Monat, inklusive 10 US-Dollar Nutzung.
Was ist ein MCP-Server?
Ein MCP-Server verbindet einen KI-Assistenten wie Claude oder ChatGPT mit einem externen Tool. Der Assistent kann dann selbst Daten abrufen oder Aktionen ausführen. Grundlage ist das offene Model Context Protocol.
Kann ich DataForSEO mit ChatGPT nutzen?
Ja, über den MCP-Server. Das funktioniert mit jedem KI-Client, der MCP unterstützt, also auch mit Claude, Codex oder Cursor. OpenSEO bietet für diese Clients eigene Anleitungen.
Ist DataForSEO eine Alternative zu Semrush oder Ahrefs?
Bei den Daten ja, bei der Bedienung nein. DataForSEO liefert Rohdaten ohne eigene Oberfläche für Marketing-Teams. OpenSEO positioniert sich als Open-Source-Alternative zu Semrush und Ahrefs mit App und Agenten-Anbindung.
Wie verbinde ich die Google Search Console mit Claude?
Am einfachsten über OpenSEO, dort reicht ein Google-Login. Alternativ gibt es eigene MCP-Server für die Search Console. Dafür braucht ihr ein Google-Cloud-Projekt und einen OAuth-Zugang, was etwas Technikverständnis voraussetzt.
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