Am 21. Oktober 2026 hat Anthropic Claude Duet vorgestellt. Duet wird von selbst aktiv: Der Agent schaut regelmäßig in eure Mails, euren Kalender und eure Tools und meldet sich, wenn etwas eure Aufmerksamkeit braucht. Aufgaben erledigt er auf einem eigenen Rechner in der Cloud, auch wenn euer Laptop längst aus ist.
Die schlechte Nachricht vorab: In Deutschland könnt ihr Duet noch nicht nutzen. Die Research Preview startet nur in den USA. Trotzdem lohnt sich ein genauer Blick, denn Duet zeigt, wohin sich KI-Assistenten gerade entwickeln. Wir haben Duet noch nicht selbst getestet. Dieser Artikel stützt sich auf die offiziellen Angaben von Anthropic, die Hilfeseiten und die Ankündigungen der Partner.
Was ist Claude Duet?

Claude Duet ist ein KI-Agent von Anthropic, der im Hintergrund für euch arbeitet. Er beobachtet verbundene Apps wie Gmail, Google Kalender oder HubSpot, schickt euch morgens ein Briefing und meldet sich, wenn etwas zu tun ist. Aufgaben erledigt er auf einem eigenen Cloud-Rechner. Seit dem 21. Oktober 2026 gibt es Duet als Research Preview.
Anthropic richtet Duet an Selbstständige und kleine Unternehmen. Duet läuft als eigene App für iPhone und Android und im Browser auf claude.ai. Ihr schreibt oder sprecht mit dem Agenten in einem einzigen, fortlaufenden Chat. Erinnerungen, Skills und verbundene Apps übernimmt Duet aus eurem bestehenden Claude-Konto. Unter der Haube arbeitet Claude Opus 5.5. Ein anderes Modell könnt ihr nicht auswählen, den Aufwand pro Aufgabe legt Duet selbst fest.
So funktioniert Claude Duet
Der Tag mit Duet beginnt mit einem kurzen Morgen-Briefing zu den wichtigsten Punkten aus euren verbundenen Apps. Danach prüft der Agent eure Konten alle paar Stunden. Er schreibt euch nur, wenn etwas ansteht. Worüber und wie oft ihr informiert werden wollt, legt ihr selbst fest.
Größere Aufgaben gebt ihr einfach im Chat ab. Anthropic nennt als Beispiele Termine koordinieren, Dashboards bauen, Finanz- und Vertriebsprognosen erstellen sowie Prototypen und kleine Web-Apps entwickeln. Duet arbeitet dafür auf einer virtuellen Maschine mit eigenem Browser. Ist eine Aufgabe fertig oder braucht sie eure Freigabe, bekommt ihr eine Nachricht.
In der App gibt es zwei Bereiche. Unter „Tasks" seht ihr laufende Aufgaben und alles, was auf eure Antwort wartet. Unter „Make" landen fertige Ergebnisse wie Dateien und Dashboards. Nur ihr könnt eine Aufgabe als erledigt markieren, Duet schlägt das lediglich vor.
Drei Beispiele aus dem Testbetrieb hat Anthropic veröffentlicht. Bei einem Immobilienmakler bemerkte Duet eine Besichtigung, die am falschen Tag eingetragen war. Eine Markenberaterin bekam ein Briefing für ein Kundengespräch, inklusive Hinweis, dass der Termin direkt vor ihrem Flug lag. Und ein Restaurantbetreiber mit rund 110 Mitarbeitenden nutzt Duet für Buchhaltung, Kundenservice, Marketing und Rechnungen.
Mit welchen Apps arbeitet Claude Duet?
Duet greift auf mehr als 6.000 Konnektoren und Plugins aus dem Claude Marketplace zu. Laut Hilfeseite gehören Gmail, Google Kalender, Google Drive, Slack, QuickBooks, HubSpot, Docusign und Calendly dazu. Mehrere Partner haben zum Start eigene Anbindungen angekündigt:
Geplant ist außerdem, dass sich Duet mit eurer Erlaubnis über gespeicherte Zugänge aus 1Password auf Websites anmelden kann. Zwei Lücken fallen auf: Microsoft 365 wird noch nicht unterstützt, und Slack funktioniert nur mit Einschränkungen. Auch die Partnerliste ist auf den US-Markt zugeschnitten. QuickBooks und die Lohnabrechnung Gusto tauchen in den Ankündigungen auf, deutsche Standards wie DATEV oder Lexware nicht.
Was Claude Duet darf und was nicht
Ein Agent, der Mails liest und Zahlungen auslösen kann, braucht klare Grenzen. Anthropic hat diese Regeln festgelegt:
- Freigabe vor wichtigen Schritten: Bevor Duet eine Nachricht verschickt, etwas bezahlt, ein Dokument unterschreibt oder etwas löscht, zeigt er euch die geplante Aktion und wartet auf euer OK. Könnt ihr nicht sofort antworten, pausiert er diesen Schritt.
- Absolute Tabus: Wertpapiere handeln, Geld zwischen Konten verschieben und auf das Konto einer anderen Person zugreifen sind auch mit Freigabe nicht möglich.
- Passwörter: Duet sieht eure Passwörter und Anmeldetokens nie direkt. Zugangsdaten gebt ihr in einem eigenen Formular auf dem Smartphone ein, außerhalb des Chats.
- Einkäufe: Jede Bestellung läuft über eine virtuelle Karte, die nur für diesen einen Einkauf gilt. Eure echte Kartennummer bekommt der Händler nicht.
- Sensible Daten: Ein eigener Filter prüft Nachrichten auf heikle Informationen. Kreditkarten- und Ausweisnummern lehnt Duet ab, Gesundheits- und Finanzdaten gibt er nur auf eure ausdrückliche Anweisung weiter.
Inhalte aus Mails und Websites behandelt Duet als Information und befolgt dort keine Anweisungen. Anthropic schreibt aber selbst, dass sich versteckte Befehle in solchen Inhalten nicht vollständig abwehren lassen. Genau deshalb braucht jede folgenreiche Aktion eure Zustimmung. Externe Sicherheitsfirmen haben Duet vor dem Start getestet, außerdem läuft ein öffentliches Bug-Bounty-Programm.
Grenzen der Research Preview
Verfügbarkeit: Duet gibt es nur für US-Konten mit Pro- oder Max-Plan und nur per Warteliste. Team- und Enterprise-Pläne sind noch nicht dabei. Einen Termin für Europa hat Anthropic nicht genannt.
Verzögerung: Duet prüft eure Konten in festen Abständen. Was kurz nach einem Check eingeht, bleibt bis zum nächsten liegen.
Fehleinschätzungen: Laut Anthropic kann Duet einen Mailverlauf falsch lesen oder die Dringlichkeit falsch einschätzen. Private Erledigungen wie Ticketbuchungen funktionieren schlechter als geschäftliche Abläufe.
Kontrolle: Ihr könnt dem Agenten im Browser nicht zuschauen. Telefonieren oder SMS verschicken kann er nicht, Mails nur mit eurer Freigabe.
Nutzungslimits: Duet kostet in der Preview nichts extra, verbraucht aber das Kontingent eures Plans. Das gilt auch für das Morgen-Briefing und die Checks im Hintergrund. Wer bis zum 30. November 2026 aufgenommen wird, bekommt seine Fünf-Stunden- und Wochenlimits einmal komplett zurückgesetzt.
Was bedeutet Claude Duet für Unternehmen in Deutschland?
Kurzfristig ändert sich wenig, weil ihr Duet nicht nutzen könnt. Die Richtung ist aber klar. Auch OpenAI und Meta arbeiten an Agenten, die dauerhaft im Hintergrund laufen und sich selbst melden. KI-Assistenten werden damit von einem Werkzeug, das ihr aufruft, zu einem Kollegen, der mitdenkt.
Vieles davon könnt ihr heute schon mit Claude bauen, nur mit mehr Einrichtungsaufwand. Wir nutzen bei bakedwith selbst drei solcher Abläufe:
- Morgen-Briefing: Claude erstellt an Werktagen eine Übersicht aus Kalender und Mails.
- Monatsabschluss: Claude prüft in unserem Geschäftskonto bei Qonto, welche Belege fehlen. Rechnungen von Anbietern, die es nur im Kundenportal gibt, etwa von Meta, holt Claude dort ab und hängt sie an die Buchung. Doppelte Belege, falsche Kategorien und überfällige Kundenrechnungen meldet Claude uns.
- Outreach: Claude liest die Antworten auf unsere Kampagnen in Instantly und sortiert sie nach Interesse.
Alle drei laufen als Skills in Claude. Genau diese Skills übernimmt Duet aus eurem Konto. Wer jetzt Abläufe als Skills anlegt, hat sie also bereit, sobald Duet hier verfügbar ist. Mehr zur automatisierten Belegarbeit lest ihr in Automatisierte Buchhaltung.
Bei unseren Kunden sehen wir beides, Microsoft 365 und Google Workspace. Wer mit Google Workspace, HubSpot und Slack arbeitet, dürfte als Erstes profitieren. Wer Mail und Kalender in Microsoft 365 hat, muss auf die Anbindung warten. Für Unternehmen kommt der Datenschutz dazu. Duet liest Mails, Termine und Kundendaten, und ohne Team- und Enterprise-Pläne fehlen Verwaltungsfunktionen für Admins. Worauf ihr bei US-Tools achten solltet, steht in KI und Datenschutz.
Fazit: Claude Duet zeigt, wohin sich KI-Assistenten entwickeln
Claude Duet ist ein KI-Agent, der im Hintergrund eure Apps im Blick behält, sich selbst meldet und Aufgaben auf einem eigenen Cloud-Rechner erledigt. Wichtige Schritte wie Zahlungen, Nachrichten und Unterschriften erledigt er nur nach eurer Freigabe. Für deutsche Unternehmen ist Duet noch keine Option: Die Preview läuft nur in den USA, Microsoft 365 fehlt und Team-Pläne werden nicht unterstützt.
Der beste Einstieg: Nehmt euch einen wiederkehrenden Ablauf vor, etwa euer Morgen-Briefing oder die Liste offener Rechnungen, und baut ihn heute als Skill in Claude. Dann spart ihr euch die Arbeit sofort und habt den Ablauf startklar, wenn Duet nach Deutschland kommt.
Wenn ihr wissen wollt, welche eurer Abläufe sich dafür eignen, sprecht uns für eine KI-Beratung an.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Claude Duet
Was kostet Claude Duet?
In der Research Preview kostet Duet nichts extra. Ihr braucht aber einen Pro- oder Max-Plan, und Duet verbraucht dessen Nutzungskontingent, auch für Hintergrund-Checks und das Morgen-Briefing.
Ist Claude Duet in Deutschland verfügbar?
Nein, bisher nicht. Die Preview ist auf US-Konten beschränkt, und Anthropic hat noch keinen Termin für Europa genannt.
Wie komme ich auf die Warteliste für Claude Duet?
Über die Produktseite von Claude Duet. Dort gebt ihr Namen, E-Mail-Adresse, Plan und Smartphone-Typ an. Die Adresse muss zu eurem Claude-Konto passen, und Einladungen gehen in Wellen raus.
Funktioniert Claude Duet mit Microsoft 365?
Noch nicht. Laut Hilfeseite ist Microsoft 365 bisher nicht verfügbar. Google Workspace mit Gmail, Kalender und Drive wird dagegen unterstützt.
Ist Claude Duet sicher?
Anthropic setzt auf mehrere Schutzschichten: Freigaben vor wichtigen Aktionen, keine direkte Einsicht in Passwörter, Einmalkarten für Einkäufe und einen Filter für sensible Daten. Ganz ausschließen lassen sich versteckte Befehle in Mails oder Websites nicht. Prüft deshalb jede Freigabe, bevor ihr sie bestätigt.
Was ist der Unterschied zwischen Claude Duet und Claude?
Im normalen Claude-Chat stellt ihr Fragen und bekommt Antworten. Duet beobachtet eure verbundenen Apps, meldet sich selbst und arbeitet Aufgaben im Hintergrund ab. Erinnerungen, Skills und Verbindungen übernimmt Duet aus eurem Claude-Konto.




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